Gestatten, Johanna.
Meet Johanna. 


Ihre Tochter blickt zurück auf eine faszinierende Frau, Jahrgang 1918, deren Credo immer lautete: es muss einfach aber gut sein. 

Her daughter looks back on a fascinating woman, born in 1918, whose credo was always: it must be simple but good.


Johanna und die Familie. Zuallererst kam die Familie. Jedes Wochenende hat sie mit der Hilfe von uns Töchtern mehrere Kuchen und Torten gebacken, um die gesamte Familie zu verwöhnen. Den Hefezopf, den gedeckten Apfelkuchen und auch die Schwarzwälder Kirschtorte beherrschte Johanna wie kaum eine andere. Johanna konnte aus wenig etwas zaubern. So gab es mittags immer etwas leckeres aus dem Garten; sie beherrschte in der Küche die Kunst der Improvisation. Wenn es aber festlich wurde, ging es um alles: Zu Weihnachten gab es für die gesamte Familie selbstgemachten Rinderbraten mit Semmelknödeln und Rotkraut. Wir erinnern uns heute noch gern an ihr glückliches Lächeln, wenn die gesamte Familie zufrieden und satt am Tisch saß und der Weihnachtsgeschichte lauschte. Wenn wir mit Johanna allein waren, sprachen wir gern über vergangene und glückliche Zeiten. Das waren unglaublich schöne Momente für uns Töchter.

Johanna and the family. First of all the family came. Every weekend, with the help of our daughters, she baked several cakes and pies to spoil the whole family. Johanna mastered the yeast plait, the covered apple pie and also the Black Forest cherry pie like no other. Johanna could conjure something from little. So there was always something delicious from the garden at noon; she mastered the art of improvisation in the kitchen. But when it became festive, it was all about everything: At Christmas the whole family had homemade roast beef with bread dumplings and red cabbage. We still remember her happy smile when the whole family sat at the table and listened to the Christmas story, satisfied and full. When we were alone with Johanna, we liked to talk about past and happy times. These were incredibly beautiful moments for us daughters.


Johanna und die Frische. Frische Zutaten waren ihr wichtig. Mit dem ersten Frühlingserwachen machte sich Johanna auf in den Garten: sie hegte und pflegte über den Sommer Obst und Gemüse, das in voller Reife geerntet wurde. So gab es bei uns auch immer die Frische, die der Garten hergab. Wenn der Sommer sich dem Ende neigte, fingen wir an, gemeinsam mit ihr die geernteten Früchte einzuwecken. War das eine Freude! Auch Blumen waren für unsere Mutter ganz wichtig. So wuchsen Flieder, Maiglöckchen, Vergissmeinnicht und Ranunkeln im Garten. Rosen zierten zusätzlich unseren Tisch. Mutter liebte sie.

Johanna and the freshness. Fresh ingredients were important to her. With the first spring awakening, Johanna set out into the garden: she cherished and cultivated fruit and vegetables over the summer, which were harvested at full maturity. So we always had the freshness that the garden offered. When the summer was coming to an end, we began to preserve the harvested fruits together with her. That was a joy! Flowers were also very important for our mother. So lilac, lily of the valley, forget-me-not and ranunculus grew in the garden. Roses also adorned our table. Mother loved them.

Johanna und die Freude. Johanna umarmte die Freude. Sie war gern in Gesellschaft und besuchte mit ihrem Mann regelmäßig an den Wochenenden die Feste in unserer kleinen Stadt. Zu diesen Gelegenheiten war sie ganz à la Mode. Ein elegant geschnittenes Kleid, ergänzt mit einem Hauch Chanel No. 5, machte aus unserer Mutter eine feine Dame, die wir immer verzaubert betrachtet haben, wenn sie mit Vater zu einem Fest ging. Tanzen war ihre große Leidenschaft – später auch besonders mit ihrem Schwiegersohn Hans. An Festen gab es früher gern einen frischen deutschen Weißwein (im Sommer) oder einen kräftigen Rotwein (im Winter). Vater mochte besonders gern die kräftigen Biere. Auf diese Weise ging es auf Festen immer sehr lustig zu.

Johanna and the joy. Johanna embraced the joy. She liked to be in company and regularly visited the festivals in our little town with her husband on the weekends. On these occasions, she was always à la fashion. An elegantly cut dress, supplemented with a hint of Chanel No. 5, made our mother a fine lady, whom we have always looked at enchanted when she went to a party with father. Dancing was her great passion - later especially with her son-in-law Hans. In former times she preffered a fresh German white wine (in summer) or a strong red wine (in winter). Father especially liked the strong beers. In this way it was always very funny at parties.